Mercedes-Benz C180 Kompressor Unikat (W202) – Modifikationen – Exterieur – Kompressorumbau in verschiedenen Bauphasen – Phase 3

Last Updated on 17. Februar 2021 by spookie

Die Bastelbude unter der Haube war alles andere an ansehnlich, zudem sind hier Kabel quer gelaufen und Dinge geändert worden, die man so auf Dauer nicht lassen konnte. Da ich aber zudem große Hitzeprobleme hatte und der Wagen seine Leistung gar nicht richtig ausspielen konnte, musst man einen erneuten Schritt machen. Nach dem Wechsel des defekten Laders gegen den brandneuen, lief der Wagen überhaupt nicht mehr rund. Das Programm wollte nicht mehr richtig passen, der Wagen ging aus, verlor weiter Leistung, der Spritverbrauch ist gestiegen – kurzum: unfahrbar im Alltag. Genau das ist passiert, was ich nicht wollte.

Also wurde kurzerhand die Phase 2 geplant, da ich einen zuverlässigen Wagen im Alltag brauche und dafür keine billige Serienkutsche haben wollte. Darin würde ich ohnehin nicht glücklich werden. Da man sich aber bewusst war, dass man dieses Mal professioneller vorgehen musste, lief die Planung auch erheblich besser. Man wusste schon, was man zu tun hatte und wo man ansetzen musste.

Gesagt getan, es ging also wieder los und das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen und auch beim Fahren merkt man einen deutlichen Unterschied: er zieht nun richtig gut und sauber, die Abgaswerte sind sehr gut und besser als vorher. Kurzum: es hat sich gelohnt das ganze vorzuziehen, was eigentlich erst für 2012 geplant war von mir.

Hier nun eine Auflistung der Veränderungen gegenüber Phase 1:

  • Einbau eines Ladeluftkühlers vom CLK230 an den originalen Befestigungspunkten.
  • Komplette Ladeluftstrecke aus Edelstahlrohren, die in handarbeit gefertigt wurden. Immer wieder rein/raus/rein – das kostete sehr viel Zeit und den Rohrbieger sehr viele Nerven.
  • In der Ladeluftstrecke wurden blaue Samco Rohrstücke zwischengesteckt. Diese sind nicht eingebaut worden, weil es nicht passte, sondern um die Wankbewegungen des Motorblocks auszugleichen, da die Rohrstrecke fest mit der Karosserie verbunden wurde und sich nicht bewegt.
  • Neuer Kühler vom 230K, da der normale unten zu groß ist und keinen Platz für die Anschlüsse der Ladeluftstrecke freigelassen hat. Entweder man hätte das hingemurkst und die Rohre gedrückt oder man macht es dieses Mal richtig.
  • Wastegate Ventil, was man eher von Turboumbauten kennt und was in den netten Filmen immer das Pfeiff-Geräusch verursacht, wenn Luft abgelassen wird. Das dient dazu, den Ladedruck bis zu einem voreingestellten Limit aufbauen zu lassen und alles was darüber geht wird abgelassen. Würde man es nicht verwenden, würde man früher oder später den Motor ins jenseits befördern, weil er zu viel Druck bekommt. Man muss bedenken der Block ist immernoch ein Serienteil ohne Veränderungen und mit derselben Verdichtung.
  • Handgefertiges Rail. Das alte sah ziemlich jämmerlich aus und war auch nicht zu befestigen. Beim Zerlegen bemerkten wir, dass eine der 4 Einspritzdüsen weiter reingedrückt wurde und nicht mehr rauszuziehen war – von daher war eine Veränderung hier in jedem Falle Pflicht. Nun ist es professionell befestigt, sieht gut aus und hält die Düsen in perfekter Position.
  • Neue größere Einspritzdüsen mit mehr Durchlass, die letztmalig verbauten waren nicht das, was man sich erwartet hatte. Damals kamen Sie von der Prüfstandsfirma, die beim Einstellen Probleme mit den originalen hatte. Das erklärt auch, warum die eine von 4 so reingemurkst war.
  • Der Gaszug-Halter wurde ebenfalls in Handarbeit vom Fräser gefertigt. Bei der Reparatur letztes Jahr wurde der Halter zwar schon verändert und um einiges verbessert (zu merken an den Schaltvorgängen), doch das wäre optisch auch nicht mehr ganz passend gewesen, zudem ist das jetzt eine saubere Sache und hält bombensicher. Die Schaltvorgänge sind nun wieder da, wo sie hingehören.
  • Für die Zusatzinstrumente wurde eine Sensorhalterung benötigt, um die Öltemperatur abzunehmen. Da die übliche Stelle hierfür durch die Öl-Leitung des Kompressors belegt war, musste man einen ordentlich Halter fertigen.
  • Der Motorkabelsatz der Phase 1 wurde komplett rausgerissen. Mich hat es immer tierisch gestört, wenn man die Haube aufmachte und sah, wie die Kabel verlegt waren, wo sie lagen und wie man es besser nicht macht. Jetzt wurde das frei programmierbare Motorsteuergerät in eine passende Schale gesetzt und zwar von einer KE-Jetronic, was man noch von 190ern und 124ern her kennt. Vorteil: Man kann sie gut und sicher befestigen – auch das war ein Manko vorher und es sieht um Welten besser aus wie man auf dem einen Foto erkennen kann. Die Kabelverlegung ist nicht mehr vergleichbar, es wurde grundlegend verbessert und so viel als möglich versteckt.
  • In dem Zug wurde auch der Halter für das Steuergerät getauscht, da ich bisher auch immer noch das kleine Steuergerät der Hella Leuchtweitenregulierung dort dransitzen hatte. Optisch nicht schön, aber praktisch. Die beiden Steuergeräte und die gelbe Diagnoseleitung der Standheizung sitzen nun sauber verpackt unter einer Abdeckung und lösen sich nicht mehr. Perfekte Lösung.
  • Da ich ab und zu Probleme mit dem Leerlauf hatte von Last auf 0 und zurück, wurde nun ein passender Leerlaufsteller, der auch zu der KMS Steuerung dazugehört, mit verbaut, um das ganze sauber einregeln zu können. Auf jeden Fall ein großer Unterschied, weil es dem Wagen wesentlich mehr Ruhe bringt.
  • Die elektronische Zündspule, die vorher an der Spritzwand war, wo der Wischwasserkasten sitzt, wurde ebenfalls versetzt. Aus optischen und technischen Gründen. Sie wanderte nun hinter die Spritzwand, dort wurde etwas Platz gemacht. Hier sitzt sie sicherer und die Zündkabel sind schön versteckt und laufen nicht mehr quer über den Motorblock drüber wie vorher. Eine große Verbesserung. Der kleine Sicherungskasten, der Sicherungen der Standheizung und des Umbaus beherbergte, wurde aufgelöst und die Sicherungen mit in den großen, originalen gesetzt – sauber und ordentlich.
  • Die weiße Unterdruckleitung, die immer groß im Weg hing und deswegen auch 2 Knicke bekommen hat wurde entfernt und gegen ein kurzes Stück ersetzt, was optisch besser aussieht und damit wesentlich weniger Platz wegnimmt.
  • Die originale Drosselklappe wurde gegen eine andere von Mercedes getauscht, die weniger Bauhöhe hat und einen größeren Durchlass.
  • Die Steuerdruckleitung der Automatik wurde überarbeitet und geändert, so dass man nun wieder seriennahe Schaltvorgänge hat und kein Schlagen mehr wie vorher. Ab und an verheddert sie sich noch, aber das kommt nur alle paar Wochen vor und ist in der nächsten Sekunde von alleine wieder korrigiert.
  • Die Breitbandlambdasonde wurde vom Fächerkrümmer entfernt und an den Unterboden gesetzt, da sie bisher nur Zylinder 1 und 4 gemessen hat und nun die Daten von allen Zylindern bekommt für eine feinere Einstellung und bessere Abgaswerte. Apropo Abgaswerte: die AU Prüfung wurde mit bravour bestanden ohne irgendwelche Probleme. Die Werte sind auf einem sehr guten Serienniveau und das ist keine Selbstverständlichkeit bei einer Leistungssteigerung wie dieser. Somit ist auch der TÜV zufrieden gewesen und hat seinen Segen erteilt. Da dieser auch die Phase 1 noch kannte und wusste wie es dort aussah, war er auch sehr angetan von der jetzigen Optik und richtig zu begeistern.
  • Ein auf Maß gefertigter Wischwasserkasten aus Edelstahl komplettiert das Bild im Motorraum. Da für den originalen kein Platz mehr war und die Lösung aus Phase 1 alles andere als praktisch ist, wurde es nun auch hier richtig gemacht. Ein Kasten mit etwa 3 Liter Fassungsvermögen und ein Platz am unteren Ende für beide Wischwasserpumpen.

Sonstige Arbeiten, die nicht direkt damit zu tun hatten:

  • Masseschleifen an der Front wurden entfernt und Kabel erneuert
  • Eine Platine des Lichtmoduls wurde ersetzt, da diese durchgeschmort war und ich zuerst auf Kabelbruch getippt habe ein paar Monate zuvor. Das Standlicht links ging mal und mal nicht. Das zusätzliche Kabel wurde wieder entfernt.
  • Die Sitzheizung hat eine Sicherung im vorderen Sicherungskasten bekommen, da sie bisher anderweitig angeklemmt war.
  • Im Zuge der Zusatzinstrumente wurde das CD Fach und der Aschenbecher entfernt und man hat eine 12V Steckdose mit Deckel an die untere Ecke der Telefonkonsole gesetzt. So ist das eine saubere Sache und funktionell und man muss nicht darauf verzichten, wenn z.B. eine Kühlbox mitgenommen wird.

Ich hoffe ich habe nun aus dem Kopf alles aufgeschrieben und nichts vergessen. Sollte es doch passiert sein, füge ich das noch hinzu. Die Arbeiten waren sehr umfangreich gewesen und man hätte sich eine Menge an Kosten und Zeit ersparen können, wenn es gleich bei Phase 1 richtig gemacht worden wäre, aber man lernt ja nie aus. Das ganze wurde jetzt auf meinen Wunsch hin so sauber gemacht, um es auch mal vorzeigen zu können. Als ich bei der Umbaufirma auf dem Hof bei der Abgabe des Wagens den sauberen Umbau eines 190ers auf eine Flachschieberanlage gesehen hatte, wollte ich dieselbe Qualität haben und genau das habe ich nun bekommen.

Seit der Abholung des Wagens im März habe ich keine Probleme, er fährt sich wunderbar, der Spritverbrauch ist auf dem Niveau wie vorher geblieben, aber er bekommt seitdem meist auch nur Kurzstrecke und selten eine Autobahn zu sehen aus Zeitgründen. Ich muss nun einmal den Wagen in Ruhe mit den Sommerrädern ausfahren, da ich das mit den Winterrädern (bis 210) nicht machen konnte). Auf das Ergebnis bin ich gespannt, es dürfte aber schon ordentlich voran gehen.

Damit wäre die Phase 2 abgeschlossen und man hat wieder einen alltagstauglichen Wagen. Er braucht im kalten Zustand beim Starten zwar 2x kurz eine Gaspedalbewegung, aber das wäre eine Feineinstellung die nochmal 1-2 Wochen benötigt hätte und so lange wollte ich keinesfalls warten. Das kann man vielleicht ein andermal angehen, aber bis dahin wird einfach nur gefahren.

Die GPS Messung mit Sommerreifen ergab: 238 km/h ohne geänderte Übersetzung, dazu 241 PS.
Diese Werte sind vorzeigbar und mit einem anderen Differential ist da noch einiges mehr drin.

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