Unser Mercedes-Benz C240 (W203) Elegance

Umbauten/Modifikationen

 

 

Soundtuning: Verbesserung der Werksanlage
Zulassung: keine ABE oder Gutachten erforderlich

 

 

Erstellt: 07. Oktober 2019

 

Die Werksanlage ist schlichtweg: schwach. Keine schönen Töne, kein Bass, es verhallt alles irgendwo und das muss nicht sein. Man kann hier auch mit einem kleinen Budget von unter 200 Euro Abhilfe schaffen mit etwas Geduld und gebrauchten Teilen. Ich habe diese in ein paar Monaten über eBay Kleinanzeigen zusammen bekommen. Geduld zahlt sich aus.

 

Ausgangsstellung war eine Anlage im Vormopf ohne Bose, Bj. 12/2003.
Das Baujahr ist deswegen wichtig, weil Mitte 2003 der Woofer des normalen Soundsystems aus dem Programm genommen wurde. Vorher war er werkseitig vorhanden. Unterscheiden muss man hier nur, ob Bose ab Werk, dort hat man schon mehr Dampf (wenngleich auch nicht übermässig), oder wie im Mopf nachher das HarmanKardon. Das wäre auch noch eine Variante gewesen. Habe sie selbst aber nie live hören können.

 

 

Die erste Stufe waren die Infinity 5002ix Lautsprecher, 13er Größe, für die hinteren Türen.
Die dortigen Werkslautsprecher müssen nur nach Abnehmen der Türverkleidung ausgebaut werden, die Stecker bleiben dran. Das gute an dem Infinity System ist, dass man keine neuen Kabel legen muss. OEM raus, Infinity rein, funktioniert sofort. Sie haben auch einen Schalter auf dem integrierten Hochtöner, um die Höhen stärker oder schwächer einzustellen. und die Besonderheit, dass das ganze nach oben strahlt, und so nicht im Fussraum verloren geht.
Damit hat man von hinten nun ein anderes Klangerlebnis. Es kommen plötzlich Töne heraus, die man vorher nie wahrgenommen hat. Ich habe diese gebraucht für 50 Euro bekommen, da musste ich einfach zuschlagen.

 

 

 

 

 

Da man nun schon besseres von hinten gewohnt war, wurde erst klar, wie schwach das Frontsystem eigentlich ist. Also kam die zweite Stufe: Infinity PR6510c Lautsprecher, Hochtöner und Frequenzweichen als neues Frontsystem. Ebenfalls günstig im Bereich 40 Euro bei den Kleinanzeigen gefunden. Auch diese gehören zu der praktischen Serie, wo man keine neuen Lautsprecherkabel ziehen muss. Zum Vergleich auch 2 Bilder der originalen Lautsprecher samt Hochtöner.

 

Der Einbau war mit mehr Aufwand behaftet. Türverkleidung abnehmen und die zusätzlich gekauften MDF Lautsprecherringe zur Hand nehmen. Die Infinity habe ich mit jeweils 4 Schrauben fest gebohrt. Diese kommen einfach anstelle der alten an die Türe. Darauf achten, dass die Kabel nach oben weg gehen, für eine einfache Kabelführung.

 

Die Hochtöner passen nicht direkt in den vorhandenen platz rein. Dessen Kunststofffüsse wurden teils abgerissen und das ganze dann mit Heißkleber fest gemacht. So sitzen sie weiterhin unsichtbar hinter der Dreiecksverkleidung.

 

Die Frequenzweichen, es ärget dass ich kein Bild gemacht wurde vom Einbauzustand. Diese passen prima oberhalb der Lautsprecher an die Dämmung der Türverkleidung. Dort kann man sie ankleben und die Türverkleidung probehabler dranheben. Man sollte sie erst danach wirklich fixieren, wenn man sicher ist, es passt. Es schaut enger aus, als es ist, geht aber prima. Bei den Weichen muss man dann an den Anschlüssen drauf achten, dass man die Höhen nimmt, die man selber mag. Vor dem finalen Anschließen also am besten kurz Testen.

 

Leider sind nur Bilder der Teile selbst verfügbar, habe vergessen sie zu fotorgrafieren. Das hole ich aber nach, wenn sie mal abgenommen wird.

 

 

 

 

 

Das reicht aber nicht, ohne Druck von hinten macht es auch keinen Spass. Hierzu gab es ebenfalls eine Low Budget Lösung, über die ich per Zufall gekommen bin: der originale Woofer, der ab Mitte 2003 aus dem Programm geflogen war (A203 682 0802). Dieser gehörte nicht zum Bose System (A203 820 2102), es ist ein weiterer (auch nicht zum HarmanKardon ab Mopf A203 820 5302). Er ist unscheinbar, leicht und man traut ihm nicht viel zu. Das ist ein fehler.

 

So schaut er aus:

 

 

Wie man schon gut erkennen kann, ist er für eine einfache Befestigung vorgesehen. Dazu muss die Hutablage (vorher C-Säulenverkleidungen und Rückbank) ausgebaut werden. Er sitzt fahrerseitig auf der Ablage, dort sieht man auch sofot das Gitter. Die Monate ist einfach: von oben einclipsen und das wars auch schon. Er hat eine Doppelschwingspule.

 

Der Anschluss: hier kann man 2 Wege gehen.

Weg 1:
OEM mittels originalem Kabelsatz A203 540 1910 bzw. A203 440 9610. Dieser wird an den beiden hinteren Türlautsprechern angeschlossen und bringt aber relativ wenig Leistung. Auch die Internet zu findenden Nummern für die Stecker (A210 545 6128)) und Kontaktfedern (A004 545 5326) sind eine falsche Angabe. Sie passen gar nicht auf den Woofer. Man muss dort selbst mit Klemmen arbeiten, spart Geld und Zeit zum Ärgern.

 

Weg 2:

Die Zubehörlösung mittels einer kleinen Endstufe. Diesen Weg haben wir auch genommen. Diese sitzt nun hinten rechts unter der Hutablage im Kofferraum, damit sie auch belüftet wird (oder eine digitale nehmen, die wird nicht warm und kann besser versteckt werden.
Da ich aber eine gebrauchte Pyle SA 2600X für sagenhafte 10 Euro bekommen habe in den Kleinanzeigen, suchte ich nicht weiter. Dazu noch das Anschlusskabelset, was vorne an der Batterie angeschlossen wird und den Strom zur Endstufe bringt. Der Weg ist aufwendig aber der sicherste. Rechts kommt man durch einen Stöpsel vom Motorraum hinter der Batterie in den Innenraum und geht von dort aus weiter in den Seitenkanälen bis zum Heck. Masse holt man sich am einfachsten an der Gutschraube unten und legt auch das 2. Kabel zur Endstufe hoch. Kurze Wege sind immer am besten.

 

 

 

Da die Hutablage eh schon draussen ist, kann man mit 2 Personen einfach Bohren und die Endstufe festschrauben.
Nun steht wiederrum im Netz, dass man einen anderen Schaum unter Hutablage kaufen muss, und zwar den A203 682 0240.

Spart Euch die Kosten. Man nimmt den vorhandenen Schaum und ein Teppichmessen. Der runde Ausschnitte ist in wenigen Minuten reingeschnitten. Man muss nur den Kreis etwas vergrössern, der dort schon zu sehen ist. Also eine einfache Geschichte.

 

 

 

Ich fand das Ergebnis bei Tests zwischendurch extrem enttäuschend und auch ein Test mit einem Hertz Woofer anstelle des OEM Woofers brachte nichts hervor ausser Verwirrung. Die verzog sich dann aber schnell. Umso mehr man den Wagen zusammengebaut hat hinten, umso besser wurde es. Das Endergebnis ist schlichtweg: klasse. Kein Vergleich zum Sounderlebnis davor. Man kann nun ordentlich aufdrehen und genießen und das ganze für wenig Geldeinsatz. Hätte man gar nicht erwartet.

 

Nun ist es an sich nur das Radio selbst, was die Grenze angibt. Es ist aber laut genug, selbst mit dem relativ schwachen Erisin.

Man muss übrigens den grünen Eingang nehmen und das Cinch Kabel dafür an der linken Seite zur Endstufe führen. Das vermeidet die berühmten Störgeräusche.

 

Natürlich: wenn jemand das maximum rausholen will, wäre eine Endstufe auch für vorne keine schlechte Idee. Ich bin aber so ehrlich: wir brauchen es nicht und es war nicht Sinn und Zweck des Low-Budget Projekts.