Mein Unikat: Mercedes-Benz C180 (W202) Elegance mit Autorotor Kompressor Umbau

 

Die schlechteste Nachricht in 2012: Totalschaden des Kompressors und die damit verbundene Fahrzeugaufgabe

 

 

Nach über 11 Jahren ist das Kapitel W202 für mich endgültig beendet. Man kennt den Wagen fast überall, kennt Details, kennt den Kompressorumbau und all die vielen kleinen Umbauten in der ganzen Zeit, um aus dem Wagen mehr und mehr ein Unikat zu machen. Und ich glaube ich darf zurecht sagen: es war ein absolutes Unikat. Niemand hat sich dem 180er Motor so gewidmet wie ich und eigentlich war die Leistungsgrenze noch gar nicht erreicht.

 

Bereits der erste gebrauchte Kompressor hatte sich nach der ewigen Phase 1 ins Jenseits befördert und bedingt durch große Vibrationen der beiden Schrauben, war der Wagen nur noch sehr schlecht fahrbar. Die Suche nach einem neuen Kompressor begann und verlief weltweit. Der Hersteller in Schweden, Autorotor, hatte vor Jahren schon Insolvenz angemeldet und meine Versuche, den Insolvenzverwalter zu überreden, dass mir noch ein Kompressor oder Teile davon aus dem Lager verkauft werden schlugen leider fehlt. Dann keimte in den USA das Licht erneut auf, aber derjenige wollte für den Lader über 3000 Dollar haben und das war meines Erachtens unprofessionell. Ich bekam nicht einmal Bilder zum Abgleich und auf gut Glück schicke ich so viel Geld nicht über den Teich. Dann wurde ich in Australien fündig, tatsächlich sitzt dort der ehemalige Leiter der deutschen Hiop Vertretung - dort wo sie hierzulande vertrieben wurden (die handvoll...). Er ist zwar nicht mehr zuständig, hatte aber einen brandneuen am Lager liegen und hatte ihn mir nach etwas hin und her doch noch verkauft.

 

Doch auch dieser Lader hat nun im Februar aufgegeben. Der Grund dafür: thermische Überhitzung. Die Schrauben haben sich soweit ausgedehnt, dass sie sich ins Gehäuse gefressen haben und sich gegenseitig zerstört. Das bedeutet Totalschaden und da ich nicht nochmal das die Suche ausdehnen wollte und wusste, das war bereits der letzte zum Kaufen, habe ich den Wagen abgemeldet und mich auf die Suche nach einem Nachfolger gemacht: dem W211.

 

Natürlich wurde einstimmig von allen gesagt, das Projekt soll nicht sterben, oder im Zweifel abmelden und in eine Scheune damit, bis man das Geld hat für einen dicken Motor samt Umbau. Den Platz habe ich aber nicht und die Ausdauer auch nicht mehr. Ich denke Ihr werdet verstehen, dass ich nach der mörderischen Umbauphase 1 und der absoluten Verbesserung in Phase 2 nun auch keine Zeit und Lust mehr habe. Nicht zuletzt spielt auch das Geld eine Rolle, denn alleine der Kompressorumbau samt Entwicklungsarbeit, Handarbeit und Teilesuche, Abstimmung, TÜV Absprachen, etc. hat eine 5-stellige Summe gekostet. Und damit meine ich nicht 10.000 Euro sondern wesentlich mehr. Alles wurde darauf hingearbeitet, dass der Motor gegen einen baugleichen mit mehr Hubraum und anderer Verdichtung, Kolben und Nockenwelle getauscht werden sollte, mit Teilen vom 190er 16V und Evo. Soweit kams aber nicht mehr.

 

Es tut mir in der Seele weh, den Wagen jetzt - kurz bevor die letzten Teile rausgeschlachtet werden - zu sehen und der Abschied war für mich extrem schmerzhaft. Familie und Freunde sind sehr traurig und die Fangemeinde, die sich über die Jahre weltweit gebildet hat ebenso. Doch jeder hat ein Einsehen, dass man nun in meinem Alter, die 33 steht im Moment davor und wird noch weiterlaufen, andere Interessen und Prioritäten hat, als sich ewig dem Auto zu verschreiben. Daher kann ich nur sagen: Ruhe in Frieden, über 11 Jahre lief die Bindung, Höhen und Tiefen, jede Menge Wartungen, aber dennoch ein sehr zuverlässiger und treuer Wagen, der alles mitgemacht hat.

 

 

Hier noch ein paar Bilder vom Kompressorschaden, aufgenommen kurz nachdem mich der gelbe Engel nach Hause schleppte:

 

 

 

Und hier noch die letzten Abschiedsbilder, bevor er von "flacoon" abgeholt wurde, um in vollends zu schlachten und den Teileverkauf zu starten:

 

 

 

Patrick hat mir noch Fotos geschickt, die die letzte Fahrt zeigen, auf dem Weg zum Schrottplatz wo er sein Ende fand. Damit war die Ära endgültig beendet, das Herzblut war groß. Bye bye W202, es waren verdammt schöne und interessante 11 Jahre gewesen.

 

 

 

 

Viele Teile leben in Patricks Wagen weiter, andere Teile sind auch ausserhalb Deutschlands noch unterwegs.